Das Ziel dieser Analyse/Auswertung ist es, die erhobenen Daten und Sachverhalte der Bestandesaufnahme eingehend auf ihre ökologische, ökonomische und rechtskonforme Gültigkeit hin zu überprüfen. Das heißt der erhobene IST-Zustand wird mit dem gesetzlich festgelegten SOLL-Zustand verglichen. Dieser ist noch durch die SOLL-Vorgaben des Landwirtes zu ergänzen.
Dabei können Stärken wie auch Schwächen von bestimmten Abläufen aufgezeigt werden. Insbesondere die gesetzlichen Ansprüche, die eventuell nicht in ihrer Gänze bei allen Betriebsabläufen Berücksichtigung finden, werden aufgeführt.
Auch in diesen Bereich der Auswertung werden die Absichten des Betriebes zu einem umweltbewußten Handeln (siehe Umweltpolitik) deutlich.
Im Folgenden wird zunächst immer eine Bewertung eines bestimmten Sachverhaltes durch den Landwirt selbst durchgeführt. Anschließend werden einzuhaltende gesetzliche Regelungen in Kürze dargestellt. Diese werden durch entsprechende SOLL-Vorgaben des Landwirtes ergänzt.

Marktfruchtbau

Maschinenpark

Bewertung des IST-Zustandes durch den Landwirt

Herr Petersen sieht im Bereich der Grundbodenbearbeitung keinen Handlungsbedarf. Die dazu notwendigen Geräte sind schon über längere Zeit in diesem Betrieb vorhanden und abgeschrieben. Somit ist es zur Zeit nicht sinnvoll, diese Bearbeitung von einem Lohnunternehmer durchführen zu lassen.
Andererseits möchte Herr Petersen auf anderen Gebieten eventuelle Auftragsvergaben prüfen – insbesondere auf Gebieten, wie die umweltfreundliche Gülleausbringung. Als Begründung für diese Überlegung sind zum Einen die Selbstverpflichtung des Landwirtes zu einem umweltbewußtem Handeln zu sehen. Hinzu kommt, dass Herr Petersen sich der Möglichkeit nicht verschliessen möchte, mit moderenen Ausbringungsmethoden Stickstoffverluste (Ammoniakemmissionen) bei der Gülleausbringung zu minimieren. Die dabei Verwendung findenden technisch neuen Geräte der Lohnunternehmer sind für Einzelbetriebe meist zu teuer.

Soll-Vorgabe bzw. Vorstellungen des Landwirts

  • Kostenersparnis
  • effizienter Einsatz der Geräte
  • Dokumentation

Durchführungs- bzw. Verbesserungsmöglichkeiten

Um besser Nachzuvollziehen in wie weit sich Geräte bzw. Schlepper rentieren, ist es geplant einen Fahr- und Benutzungsplan zu verwenden. Dabei sollen z.B. die jeweiligen Betriebsstunden der Fahrer und die Geräte sowie etwaige Besonderheiten aufgeführt werden.

organischer Dünger

Bewertung des IST-Zustandes durch den Landwirt:

Insgesamt stellt die Lagerung und die Behandlung/Ausbringung der Gülle auf dem Betrieb eine geschlossene Handlungskette dar.
Allerdings denkt Herr Petersen langfristig im Bereich der Gülle-Lagerkapazität über eine etwaige Vergrößerung nach. Damit werden auch in Jahreszeiten, in denen aufgrund der Witterung eine Ausbringung der Gülle nicht ratsam ist, keine Lagerungsprobleme auftreten.
Ein Verfahren, dass Herr Petersen ebenfalls ändern möchte, ist die Befüllung (Gülle) des Vakuumwagens. Diese soll zukünftig nicht mehr auf einer unbefestigten Fläche erfolgen. Damit möchte er eventuelle unbeabsichtigte Verluste bzw. Gefährdungen der Umwelt bei der Befüllung ausschließen. Dafür gibt es zwar keine rechtliche Grundlage, allerdings möchte der Betrieb auch in diesem Bereich umweltbewußt handeln und steckt sich somit Ziele, die teilweise über die gesetzlichen Rahmenbedingungen hinausgehen.
Den Gesichtspunkt, der nur unregelmäßig durchgeführten Nährstoffuntersuchungen möchte Herr Petersen sofort ändern, da ihm andernfalls wichtige Informationen für die Ackerschlagkartei, aber auch für eine ökologisch und ökonomisch vertretbare Düngung verloren gehen.

Soll-Vorgabe durch die gesetztlichen Rahmenbedingungen,
ergänzt durch die Vorstellungen des Landwirts:

  • Einhaltung der Düngeverordnung (DüngeVO)
  • Düngung nach der guten fachlichen Praxis
  • regelmäßige Nährstoffuntersuchungen der Gülle
  • Dokumentation der organischen Düngung im Rahmen einer Ackerschlagkartei (darin enthalten sein sollten der Gülleanfall, die Nährstoffgehalt,die Ausbringungszeiten, und -mengen)

Durchführungs- bzw. Verbesserungsmöglichkeiten

Es wäre zu prüfen, ob ein weiteres Güllebecken ökonomisch in den nächsten Jahren zu realisieren ist. Eventuell kann durch die Beteiligung mehrerer Landwirte auch eine gemeinschaftliche Lösung gefunden werden.
Die Fläche, die zur Befüllung des Vakuumwagens dient, möchte Herr Petersen in nächster Zeit betonieren und mit einem Rücklauf zum Güllebecken versehen.

Lagerung von Pflanzenschutzmitteln

Bewertung des IST-Zustandes durch den Landwirt:

Herr Petersen möchte insbesondere auf dem Gebiet der Lagerung von Pflanzenschutzmitteln eine schnelle, kostengünstige und rechtskonforme Lösung verwirklichen. Auch aus persönlichen Gründen (Besucher auf dem Hof, Kinder, etc) will er einen seperaten Bereich bzw. Raum, der nicht von jedem zugänglich ist.
Von Herrn Petersen selbst kommt die Anregung zur Führung eines Katasters, damit eine kontinuierliche Verbesserung des Einsatzes von PSM über die Jahre gewährleistet wird.

Soll-Vorgabe durch die gesetztlichen Rahmenbedingungen,
ergänzt durch die Vorstellungen des Landwirts:

  • Gefahrstoffverordnung
  • Pflanzenschutz-Sachkundeverordnung
  • Technische Richtlinie Gefahrstoffe (TRGS 514 und 515)
  • Verordnung brennbare Flüssigkeiten (VbF Anhang II)
  • Technische Richtlinie brennbare Flüssigkeiten (TRbF 180 und 280)
  • Verordnung über Verwertungs- und Beseitigungsnachweise
  • Führung eines Katasters

Durchführungs- bzw. Verbesserungsmöglichkeiten

Für Herr Petersen stellt sich die Möglichkeit, einen zur Zeit ungenutzten Raum als Pflanzenschutzlager einzurichten, als sehr praktikabel dar. In diesem Bereich werden sich dann weder Lebens- noch Futtermittel befinden. Auch die Umfüllung/Befüllung kann hier erfolgen. Es sollte lediglich ein Regal angebracht werden, damit auch während der langfristigen Nutzung des Lagers die Übersichtlichkeit gewährleistet bleibt. Zudem kann der Raum abgeschlossen und zusätzlich durch ein Warnschild und entsprechende Sicherheitshinweise kennzeichnet werden. Darüber hinaus möchte Herr Petersen, dass geeignete Handschuhe sowie Schutzkleidung (Schürze, Schutzbrille,etc) griffbereit in diesem Bereich vorhanden sind. Für den Fall eines Unglücks sollen entsprechende Bindemittel vorrätig sein.
Für die Führung eines Katasters sollten sowohl die Belege der eingekauften Mengen der einzelnen Pflanzenschutzmittel und deren Beipackzettel abgeheftet werden. Hinzu kommt das Notieren des jeweiligen Verwendungszwecks und zur besseren Nachweisführung sollten die Behandlungszeiten und Mengen aufgeführt werden. Auch die Entsorgungswege könnten hier dokumentiert werden.

Milchkühe

Stallklima

Bewertung des IST-Zustandes durch den Landwirt:

In diesem Bereich sieht Herr Petersen keinen weiteren Handlungsbedarf, insbesondere aufgrund des guten Gesundheitszustandes der Tiere. Die Gaskonzentrationen im Stall liegen in einem empfohlenen Rechenbereich durch die gut funktionierende Trauf/First-Lüftung. Auch das Lichtangebot ist ausreichend. Die gesetzlichen Bestimmungen werden somit eingehalten.

Soll-Vorgabe durch die gesetztlichen Rahmenbedingungen,
ergänzt durch die Vorstellungen des Landwirts:

  • Europäisches Übereinkommen zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlicherTierhaltung
  • Kälberhalte Verordnung
  • Tierschutzgesetz

Durchführungs- bzw. Verbesserungsmöglichkeiten

In diesem Bereich ergeben sich keine weiteren Verbesserungsmöglichkeiten.

Energieverbrauch

Bewertung des IST-Zustandes durch den Landwirt:

Allgemein möchte Herr Petersen langfristig eine Trennung des Stromverbrauches des landwirtschaftlichen Betriebes vom privaten Stromverbrauch realisieren. Damit würden Einsparpotentiale schneller erkannt und könnten genutzt werden.

Soll-Vorgabe durch die gesetztlichen Rahmenbedingungen,
ergänzt durch die Vorstellungen des Landwirts:

  • Dokumentation des Stromverbrauchs für den landwirtschaftlichen Betrieb
  • eventuell Reduzierung des Stromverbrauchs durch geeignete Maßnahmen (eventuell Nutzung von Nachtstrom)
  • bessere Nutzung von vorhandener Technik

Durchführungs- bzw. Verbesserungsmöglichkeiten

Die in dem Betrieb durchgeführte Wärmerückgewinnung ist aus energetischer Sicht als positiv zu bewerten. Allerdings kann mit der in diesem Betrieb anfallenden Gesamtmilchmenge mehr Warmwasser erzeugt werden, als es momentan der Fall ist. Das heißt, Herr Petersen sollte einen Boiler mit einem größerem Fassungsvermögen einsetzten und spart somit u.U. auch im privaten Bereich.

Wasserverbrauch

Bewertung des IST-Zustandes durch den Landwirt:

Der Wasserverbrauch des Betriebes soll nach Angaben von Herrn Petersen ähnlich wie der Stromverbrauch getrennt erfasst (Stall - privater Verbrauch) werden.
Darüber hinaus ist Herr Petersen neuen Innovationen bzw. Möglichkeiten aufgeschlossen, um eventuell Wasser einzusparen.

Soll-Vorgabe durch die gesetztlichen Rahmenbedingungen,
ergänzt durch die Vorstellungen des Landwirts:

  • Dokumentation des Wasserverbrauchs für den landwirtschaftlichen Betrieb
  • eventuell Reduzierung des Wasserverbrauchs durch geeignete Maßnahmen
  • bessere Nutzung von vorhandener Technik

Durchführungs- bzw. Verbesserungsmöglichkeiten

Die sehr effiziente Nutzung des Wassers im Bereich der Melk- und Kühlanlagen durch den dort installierten Hochdruckreiniger ist als positiv zu bewerten. Darüber hinaus sollte die Möglichkeit geprüft werden, inwieweit das Spülwasser (Klarspülung) für die Melkanlage vom Vorabend am darauffolgenden Tag zur Vorspülung verwendet werden kann (vgl. Stapel-verfahren). Dies würde ebenfalls den Wasserverbrauch senken. Auch die Möglichkeit einer Nutzung von Regenwasser kann geprüft werden.

Tierarzt

Bewertung des IST-Zustandes durch den Landwirt:

Herr Petersen möchte vor dem Hintergrund der besseren Übersichtlichkeit in diesem Bereich eine kontinuierlich zu ergänzende Dokumentation über Krankheiten und Krankheitsverläufe einführen. Aufgetretene Resistenzen gegen bestimmte Arzneimittel, sowie auffällige Tiere sind somit auch bei einer Abwesenheit von Herrn Petersen für seine Frau oder Aushilfen schnell nachvollziehbar. Auch die Kosten pro Tier sind schnell abrufbar. Ein eventuell geforderter Nachweis über die Behandlungsdauer und –weise könnte ebenfalls auf diese Art und Weise schnell und lückenlos erbracht werden.
Bei der Lagerung der Arzneimittel muss ähnlich wie bei den Pflanzenschutzmittel eine Lösung gefunden werden.

Soll-Vorgabe durch die gesetztlichen Rahmenbedingungen,
ergänzt durch die Vorstellungen des Landwirts:

  • Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln
  • Verordnung über Nachweispflichten für Arzneimittel, die zur Anwendung bei Tieren bestimmt sind
  • Verordnung über Stoffe mit pharmakologischer Wirkung
  • strikte Dokumentation von Krankheiten, Krankheitsverläufen, Behandlungen, etc.
  • Abheften der tierärztlichen Arzneimittel-Abgabebelege
  • reguläre Lagerung von Arzneimitteln
  • Beseitigung bzw. Rückgabe von Resten an den Tierarzt gegen entsprechende Belege

Durchführungs- bzw. Verbesserungsmöglichkeiten

Zu einer gut geführten Dokumentation in diesem Bereich gehört, dass die tierärztlichen Arzneimittel-Abgabebelege von dem Landwirt aufbewahrt und abgeheftet werden. Diese Belege müssen mindestens 3 Jahre aufbewahrt werden. Hinzu kommen die Durchschriften von Verschreibungen für Fütterungsarzneimittel, Rezepte und Apothekenquittungen. Ein Belassen dieser Scheine beim zuständigen Tierarzt ist rechtlich nicht statthaft, da so ein regulärer Nachweis über die Erlangung der Arzneimittel nicht gewährleistet ist.
Die Lagerung von Arzneimittel in einem Regal entspricht nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen, da nicht gewährleistet werden kann, dass Unbefugte keinen Zugang zu diesen Mitteln erhalten. Eine Möglichkeit der regulären Lagerung besteht in der Anschaffung eines abschließbaren Schranks, der mit einem entsprechenden Sicherheitshinweis versehen ist. Auch für den Bereich der Entsorgung von Resten bzw. leeren Behältnissen sollte Herr Petersen eine Lösung finden. Vorstellbar wäre eine Rückgabe an den Tierarzt oder an eine Apotheke. Damit wäre auch in diesem Bereich eine lückenlose Dokumentation über die Beschaffung, den Verbrauch und letztlich die Entsorgung gewährleistet.