Herr Petersen entwickelte ein Umweltmanagementsystem (UMS) nach den Anforderungen der DIN ISO EN 14001 und dokumentiert dies in einem Handbuch. Die Gliederung des Handbuches gibt die Struktur des UMS wieder.

Kapitel

01. Querverweis zur DIN EN ISO 14001

Die geforderten Elemente der DIN ISO EN 14001 werden von Herrn Petersen in den verschiedenen Unterpunkten seines Handbuches verwirklicht.

Gliederung des Handbuches Elemente der DIN EN ISO 14001
1 Querverweis zur DIN EN ISO 14001

2 Umweltpolitik (Umweltleitlinien) 4.2 Umweltpolitik
3 Betriebsaufbau und Struktur 4.4.1 Organisationsstruktur und Verantwortlichkeit
4 Rechtliche Anforderungen 4.3.2 Gesetzliche und andere Anforderungen
5 Ermittlung bedeutender Auswirkungen auf die Umwelt 4.3.1 Umweltaspekte
6 Planung 4.3.3 Zielsetzung und Einzelziele
4.3.4 Umweltmanagementprogramm
7 Dokumentation und Aufzeichnungen 4.4.4 Dokumentation des Umweltmanagementsystems
4.4.5 Lenkung der Dokumente
8 Interne Audits 4 Umweltmanagementsystemaudit
9 Bewertung durch die Betriebsleitung 4.6 Bewertung durch die oberste Leitung
10 Fortbildung 4.4.2 Schulung, Bewußtsein und Kompetenz
11 Kommunikation / Öffentlichkeitsarbeit 4.4.3 Kommunikation
12 Produktionsbezogene Prozesse 4.4.6 Ablauflenkung
4.4.7 Notfallvorsorge und -maßnahmen
4.5.1 Überwachung und Messung
4.5.2 Abweichung, Korrektur- und Vorsorgemaßnahmen

02. Umweltpolitik (Umweltleitlinien)

Die von Herrn Petersen formulierte Umweltpolitik (Umweltleitlinien) beschreibt seine grundsätzliche umweltbewußte Handlungsweise. Darüber hinaus wird das Bestreben um eine kontinuierliche Verbesserung seiner Umweltleistungen dokumentiert. Herr Petersen, als Betriebsleiter, überprüft die Leitlinien in regelmäßigen Abständen, und paßt sie gegebenenfalls sich ändernden Bedingungen/Voraussetzungen an. Zudem wird die Umweltpolitik der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

03. Betriebsaufbau und Struktur

In diesem Kapitel sollen Verantwortlichkeiten und Befugnisse im Betrieb festgelegt werden.
Herr Petersen ist alleiniger Betriebsleiter des landwirtschaftlichen Unternehmens. Somit konzentrieren sich alle zentralen Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Befugnisse auf diese Person. Aufgrund der Betriebsstruktur (Familienbetrieb) ist Herr Petersen auch der Umweltmanagementbeauftragte (UMB) für sein Unternehmen.

04. Rechtliche Anforderungen

Im Rahmen dieses Umweltmanagement-Elementes wurde durch die erste Umweltprüfung (siehe Analyse) eine ausführliche Überprüfung der Einhaltung der relevanten gesetzlichen Vorschriften durchgeführt. Herr Petersen übernimmt die Aufgabe, in regelmäßigen Abständen die rechtlichen Grundlagen zu prüfen und eventuelle Veränderungen zu berücksichtigen. Die Informationen zu den gesetzlichen Verordnungen erhält Herr Petersen auf Anfrage von der Landwirtschaftkammer. Als Grundlage nutzt Herr Petersen die "Schwerpunktausgabe zu den umweltrelevanten Rechtsvorschriften für die Landwirtschaft” [Betriebswirtschaftlichen Mitteilungen der Landwirtschaftkammer Schleswig-Holstein (BM Nr. 518/519)]. Zudem verwendet Herr Petersen Fachliteratur, Internet und Beratungseinrichtungen, um neue gesetzliche Entwicklungen zu verfolgen.

Darstellung der rechtlichen Anforderungen mit den entsprechenden Quellen anhand von zwei Beispielen aus dem Marktfruchtbau und der Milchkuhhaltung.

Relevante Bereiche Gesetze und Verordnungen Quellen
Marktfruchtbau
Lagerung von Pflanzen- schutzmitteln


  • Düngeverordnung
  • Düngung nach der guten fachlichen Praxis nach Bundesbodenschutzgesetz §17
  • Gefahrstoffverordnung
  • Pflanzenschutz- Sachkundeverordnung
  • Technische Richtlinie Gefahrstoffe (TRGS 514 u. 515)
  • Verordnung brennbare Flüssigkeiten (VbF Anhang II)
  • Technische Richtlinie brennbare Flüssigkeiten (TRbF 180 u. 280)
  • Verordnung über Verwertungs- und Beseitigungsnachweise
  • Betriebswirtschaftliche Mitteilungen der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein
  • Das Pflanzenschutzgesetz. Eine Mitteilung des Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
  • Gute fachliche Praxis der landwirtschaftlichen Bodennutzung. Eine Mitteilung des Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
  • Umweltschutzvorschriften. AID-Heft
organische Düngung


weitere Aspekte


Milchkühe
Stallklima


  • Europäische Übereinkommen zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlicher Tierhaltung
  • Kälberhalte- Verordnung
  • Tierschutzgesetz
  • Gesetz über den Verkehr mit Arzeimitteln
  • Verordnung über Nachweisprlichten für Arzneimitteln, die zur Anwendung bei Tieren bestimmt sind
  • Verordnung über Stoffe mit pharmakologischer Wirkung
  • Betriebswirtschaftliche Mitteilungen der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein
  • Umweltschutzvorschriften. AID-Heft
Tierarzt


weitere Aspekte


05. Ermittlung bedeutender Auswirkungen auf die Umwelt

In diesem Element wird geregelt welche und wie Umweltauswirkungen von Produktionsverfahren ermittelt werden.
Da zuvor kein Umweltmanagementsystem in dem landwirtschaftlichen Betrieb Peter Petersen bestand, wurde durch eine umfassende Umweltprüfung jede landwirtschaftliche Tätigkeit beleuchtet, die eine Auswirkung auf die Umwelt besitzen könnte. Diese sogenannte erste Umweltprüfung beinhaltete eine Bestandesaufnahme und die Auswertung bzw. eine Analyse (Stärken- und Schwächenanalyse). Durch diese Vorgehensweise wurden alle Umweltaspekte, die durch die Tätigkeit des Unternehmens entstehen, ermittelt.
Bei neuen Produktionsverfahren oder Änderungen der Bestehenden wird die Schwachstellenanalyse fortgesetzt. Somit ist gewährleistet, das Auswirkungen auf die Umwelt, die durch die Tätigkeit entstehen berücksichtigt werden.

06. Planung

Der Vergleich des IST-Zustandes mit den Umweltzielen (SOLL-Zustand ~ erste Umweltprüfung) ergab in einigen Bereichen Differenzen. Um diese zu beheben, möchte Herr Petersen entsprechende Maßnahmen in der nächsten Zeit realisieren. Dabei wird zunächst von Herr Petersen die Effizienz der verschiedenen Maßnahmen und die realistische Durchführungsmöglichkeit auch unter ökonomischen Gesichtspunkten geprüft. Hieraus leitet Herr Petersen einen Maßnahmenkatalog ab (siehe Umweltziele), den er in den nächsten Jahren umsetzt. In regelmäßigen Abständen (spätestens alle 3 Jahre) überprüft Herr Petersen, in wie weit die gesetzten Ziele realisiert wurden. Innerhalb des Umweltprogrammes wurden die gesteckten Ziele benannt und verschiedene Möglichkeiten zur Realisierung dargestellt.

07. Dokumentation und Aufzeichnungen

Allgemein müssen innerhalb eines Umweltmanagements die Tätigkeiten und umweltrelevanten In- und Outputs dokumentiert werden. Ziel dieses Kapitels ist es, die Strukturierung des Managementsystems darzulegen. Im Einzelnen gehört hierzu der Aufbau des Managementhandbuches, eine Festlegung der Dokumentationsart und die allgemeine Verwaltung der Dokumente.
Die Dokumentation stellt für Herrn Petersen letztlich keine Neuerung dar. Alle die in diesem Bereich erwähnten Belege, Auftragsvergaben, Analysedaten und Bilanzen sind vorhanden. Lediglich die Art und Weise der Archivierung und Beschreibung ist eine Neuerung. Herr Petersen sieht aber wesentliche Vorteile in der Umstrukturierung und Neuorganisation nach der dargestellten Vorgehensweise.
Die Gliederung des Handbuches erfolgte prozessorientiert, das heißt sie ist den Abläufen im Betrieb angepaßt und folgt nicht der Gliederung der DIN EN ISO Norm. Allerdings sind alle Anforderungen abgedeckt (siehe Querverweis zur DIN EN ISO 14001). Allgemein stellt sich Herr Petersen die zukünftige Dokumentation in folgender hierarchischer Gliederung vor.

Für die Umsetzung der unteren Ebene dieser Dokumentationsart (Führung von Nachweisen) erstellte Herr Petersen eine Tabelle in der festgehalten wird, wo welche Dokumente aufbewahrt werden.

Bezeichnung Verant-
wortlich
Ordner Aufbe- wahr- ungsort letze Aktuali- sierung Archivier- ungsdauer (mind.)
Nährstoffanalysen
der Gülle
Herr Petersen Nr.: 1 Büro ... 6 Jahre
Ackerschlagdatei Herr Petersen Nr.: 2 Büro ... 10 Jahre
Führen eines
PSM-Katasters
Herr Petersen Nr.: 3 Büro ... 4 Jahre
Stromverbrauch Frau Petersen Nr.: 4 Büro ... 2 Jahre
Wasserverbrauch Frau Petersen Nr.: 5 Büro ... 2 Jahre
Tierarzt-Kataster Herr Petersen Nr.: 6 Büro
3 Jahre
... ... ... ... ... ...

08. Interne Audits

Dieses Element des Managements gewährleistet die Funktionsfähigkeit des UM-Systems. Dabei wird sowohl die Erfüllung der Normen als auch die Umsetzung im Betriebsalltag geprüft. Zur Gewährleistung einer gewissen Unabhängigkeit der Prüfung in dem Familienbetrieb wird für die internen Audits z.B. Rinderspezialberater und/oder der Tierarzt mit einbezogen.
Jedes UM-Element wird einmal jährlich auditiert. Herr Petersen kann auch außerordentliche Audits festsetzten. Die Ergebnisse der Audits werden in einem Auditbericht festgehalten.

09. Bewertung durch die Betriebsleitung

Die Bewertung des UM-Systems erfolgt einmal jährlich durch Herrn und Frau Petersen. Das Resultat der Beurteilung dient der Feststellung, ob das eingeführte UMS das geeignete Instrumentarium darstellt, um die gesteckten Ziele und die Umweltpolitik zu verwirklichen. Darüber hinaus nutzt die Familie Petersen die Ergebnisse zur Eigenkontrolle, um die gesteckten Ziele auch tatsächlich zu realisieren. Unter Umständen führen die Ergebnisse zu einer Verifizierung der Umweltpolitik oder aber zu einer Veränderung der eingesetzten Maßnahmen sowie des Zeitrahmens zur Erreichung bestimmter Umweltziele.
Die UM-Bewertung wird durch den Betriebsleiter dokumentiert/aufgezeichnet.

10. Fortbildung

Den Bereich der Schulung und der Fachkompetenz gewährleistet der Betriebsleiter (Herr Petersen) sowie seine Mitarbeiter (hauptsächlich Frau Petersen) durch die Nutzung verschiedener Einrichtungen und Medien. Im Einzelnen werden Fachliteratur, Veranstaltungen (Feldtage, Weizentag, etc.), neuen Medien (Internet) und Fachberater (Landwirtschaftskammer) verwendet. Insbesondere über die Teilnahme an Veranstaltungen und die Nutzung der Fachliteratur (Abonnement verschiedener Zeitschriften) werden Nachweise aufbewahrt.

lfd. Nr. Schulungsthema verantwortlich für Organisation Termin Kosten
1 Baulehrschau Landwirtschaftskammer
Schleswig-Holstein und BBZ Futterkamp
Sept.
2 Futterbau- und Maistag Landwirtschaftskammer S.-H. Sept.
3 Euro Tier 2000 DLG Nov.-Dez.
4 Einführungsvortrag zum Internet BBZ Bredstedt Sept.
5 etc. pp.


11. Kommunikation/Öffentlichkeitsarbeit

In dem Bereich der Kommunikation kann allgemein zwischen einer internen und einer externen Kommunikation unterschieden werden. Bezüglich der internen Kommunikation sind aufgrund der familiären Struktur des Betriebes keine weiteren Anforderungen oder Regelungen zu treffen.
Die allgemeine externe Kommunikation mit Zulieferern, Abnehmern und Behörden wird wie bisher gehandhabt (Ordner). Darüber hinaus möchte Herr Petersen in Zukunft an Projekten teilnehmen, die der Jugend einen Zugang zur Landwirtschaft verschaffen. Zur Zeit werden seine Vorstellungen am besten innerhalb des Projektes der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein: "Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umwelterziehung der Landwirtschaft – AG UWE" verwirklicht. Dabei stellen landwirtschaftliche Betriebe verschiedenen Schulklassen ihre Höfe für unterrichtliche Zwecke zur Verfügung.

12. Produktionsbezogene Prozesse

In diesem Element werden Produktionsprozesse, die umweltrelevante Auswirkungen besitzen dargestellt. Diese kristallisierten sich durch die durchgeführte Umweltprüfung heraus.
Die Beschreibung dieser Produktionsprozesse beinhaltet, falls erforderlich zugehörige Verfahrensanweisungen, die Notfallvorsorge und –maßnahmen, die Überwachung und Messung und Anweisung über Abweichung, Korrektur- und Vorsorgemaßnahmen (siehe Querverweis zur DIN EN ISO 14001).

Im Folgenden wird jeweils ein Prozeß aus dem Bereich Marktfruchtbau (organische Düngung) sowie dem Bereich Milchkühe (Tierarzt) als Beispiel näher beschrieben.

organische Düngung

Die Umweltverfahrensanweisung für diesen Bereich wurde auf der Grundlage einer ordundnungsgemäßen Anwendung des organischen Düngers (Gülle) entsprechend der Düngeverordnung und der guten fachlichen Praxis verfaßt. Dies beinhaltet sowohl betriebliche Vorgaben, als auch die Bekanntgabe relevanter Verfahren und Anforderungen an Zulieferer und Auftragnehmer.

Prozeßbeschreibung – Ausbringung von Flüssigmist (Gülle)

Die wesentlichen Punkte bei der Ausbringung von Gülle sind die Düngeplanung, Gülleaufbereitung, Befüllung des Tankwagens, Transport und die Ausbringung. Die Beschreibung der Vorgehensweise wird graphisch in Form eines Ablaufschemas dargelegt.

Formular für die Ausbringung von Gülle (Güllebuch)

Schlag-
bezeichnung
Ausbrin-
gungs-
menge
Zeitpunkt Verweis
auf Nährstoff-
untersuchung
(Datum)
Art und
Weise der
Ausbringung
Arbeit
durchgeführt
von
... ... ... ... ... ...

Tierarzt

Herr Petersen dokumentiert die gesamte tierärztliche Betreuung anhand verschiedener Formulare.

Darunter fallen:

  • Gesundheitsprotokoll, in denen u.a. der Grund des Erscheinens des Tierarztes festgehalten wird
  • Ordner für die Durchschriften von Verschreibungen für Fütterungsarzneimittel, Rezepten und Apothekenquittungen
  • Ordner für die Beseitigung der Reste, Altmedikamente und Abfälle

Die verschriebenen Arzneimittel werden in einem abschließbaren Schrank, der als entsprechende Lagerstätte von Arzneimitteln gekennzeichnet ist, aufbewahrt. Die gesammelten Altmedikamente sowie Arzneimittelverpackungen werden nach Bedarf von der VFW-REMEDICA (Vereinigung für Wertstoffrecycling GmbH) abgeholt. Dabei werden drei unterschiedliche Restbehälter Herr Petersen zur Verfügung gestellt. Ein Behälter für Verpackungen (Papier, Pappe, Beipackzettel), für resteentleerte Primärverpackungen (Tuben, Blister, Flaschen) und einen dritten für Altmedikamente (Reste oder überlagerte mit oder ohne Behältnis). Die entsprechenden Belege der Abholtermine werden von dem Betriebsleiter aufbewahrt.

Gesundheitsprotokoll

Datum Besonderheit
Tier (Ohrmarke)
behandelnder
Tierarzt u.
Termin
Anam-
nese
Diagnose Maß-
nahmen
Lagerort
des Arz-
neimittels
... ... ... ... ... ... ...